„Wir haben uns gemeinsam herausgekämpft“
Geesthacht, 24. September 2026
Krankenhaus Geesthacht nur wenige Monate nach dem Neustart wirtschaftlich tragfähig
Foto: Prof. Dr. Lars Timm (Quelle: HC&S AG)
Das Krankenhaus Geesthacht schließt die wirtschaftliche Sanierung erfolgreich ab: Wenige Monate nach dem Neustart mit spezialisierter Struktur verzeichnet das Haus positive Monatsergebnisse. Der tiefgreifende Strukturwandel, nach dem sich das Haus nun auf seine Stärken in der Psychiatrie und der Geriatrie mit Akutfunktion konzentriert, ist damit geglückt. Insbesondere in der Geriatrie sind die Fallzahlen 2026 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Der Fachbereich ist parallel auf inzwischen 78 Betten gewachsen. In Lauenburg wurde zudem kürzlich eine weitere psychiatrische Tagesklinik mit 20 Plätzen eingeweiht. Für Ende Oktober planen Geschäftsführung und Gesellschafter auf einer Pressekonferenz eine umfassende Halbjahresbilanz und Ankündigungen zu geplanten Entwicklungsschritten.
Spezialisiertes Behandlungsportfolio für die Region
Seit dem Neustart konzentriert sich das Haus auf Geriatrie, Psychiatrie und Innere Medizin. Die internistische Aufnahme ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Rund 400 Menschen arbeiten am Standort. Im Regionalbudget verantwortet das Krankenhaus die psychiatrische Versorgung für rund 205.000 Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg. Dazu gehören Tageskliniken in Geesthacht, Mölln, Schwarzenbek und jetzt auch Lauenburg. Eine weitere Tagesklinik ist in Ratzeburg zusätzlich zur bestehenden Psychiatrischen Institutsambulanz in Planung. Auch in der Geriatrie sind weitere Angebote im Haupthaus am Runden Berge geplant. Das Krankenhaus ist Teil des Vitalcampus Geesthacht, zu dem auch das Seniorenzentrum, das Medizinische Versorgungszentrum und weitere Partner gehören. Für ältere Menschen liegen damit Akutbehandlung, ambulante Versorgung und Pflege an einem Ort und arbeiten eng zusammen.
„Wir haben dieses Ergebnis entgegen dem bundesweiten Trend gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden erreicht“, sagt Geschäftsführer und HC&S-Vorstand Prof. Dr. Lars Timm. Laut Deutschem Krankenhausinstitut schrieben zuletzt rund zwei Drittel der Krankenhäuser in Deutschland Verluste. „Gespart haben wir auch. Entscheidend war aber die Spezialisierung. Ein Haus dieser Größe kann sich wirtschaftlich tragen, wenn es sich auf das konzentriert, was es besonders gut kann. Was die Krankenhausreform verlangt, haben wir hier damit früher umgesetzt, als es gefordert war.“ Zugleich habe das Haus unwirtschaftliche Bürokratie abgebaut und Abläufe vereinfacht. „Das macht uns schneller und gibt uns Schlagkraft für die nächsten Schritte, die wir planen. Wir müssen noch viele Themen anfassen, die in den letzten Jahren bedauerlicherweise nicht verfolgt wurden.“
„Der Bedarf in der Region ist groß, gerade in der Altersmedizin und in der Psychiatrie“, sagt Capt. Thomas Pötzsch, Gesellschafter und Geschäftsführer. „Die Menschen hier sollen diese Versorgung vor Ort finden. Und sie sollen sie an einem Ort finden. Spezialisierung und Vernetzung sind kein Widerspruch: Zusammen bringen sie bessere Medizin und eine tragfähige Struktur. Deshalb bauen wir das Angebot im Kontext der sehr zukunftsweisenden Initiative des Landes Schleswig-Holstein zur Krankenhausreform weiter aus.“
Dr. Martin Willkomm, Ärztlicher Direktor, sieht darin den eigentlichen Vorteil für die Patientinnen und Patienten: „Ältere Menschen kommen selten mit nur einer Erkrankung zu uns. Sie brauchen jemanden, der den ganzen Menschen sieht, und sie brauchen nach dem Krankenhaus jemanden, der weitermacht. Auf diesem Campus sind die Wege dafür kurz, und wir kennen die Menschen.“
Kollektives Aufatmen nach der Sanierung
Für die Belegschaft spricht Betriebsratsvorsitzende Anne-Kathrin Hille: „Wir sind durch zwei Insolvenzen gegangen und trotzdem noch da. Dafür hat jede und jeder hier gekämpft. Dass es wieder aufwärts geht, spürt man auf jeder Station. Da fällt einem ein Stein vom Herzen.“ Für die Zukunft wünsche sich die Belegschaft vor allem eines: „Dass wir so weitermachen können, wie wir uns jetzt erfolgreich aufgestellt haben. Das haben sich die Kolleginnen und Kollegen verdient.“
Das Krankenhaus musste zwei Sanierungsverfahren überstehen, nachdem der Betrieb in akute wirtschaftliche Schieflage geriet. Inmitten dieses Prozesses übernahm die CTP-Gruppe die Trägerschaft von den Johannitern.
„Der Weg führte über Stock und Steine. Doch: Wir haben uns gemeinsam herausgekämpft. Dem Ziel, Geesthacht zu einem Pilotprojekt für tragfähige, regionale Versorgung zu entwickeln, sind wir mit diesem Zwischenergebnis ein gutes Stück nähergekommen“, resümiert Capt. Pötzsch.
Genau zwei Jahre nach Verkündung der ersten Insolvenz folgt mit der Stabilisierung des Hauses ein kollektives Aufatmen. Dazu gehört, dass die Jahressonderzahlung im November wieder bezahlt werden kann; erwirtschaftet aus eigener Kraft.
Auf der Pressekonferenz Ende Oktober stellen Geschäftsführung und Gesellschafter die Zahlen des ersten halben Jahres und die Pläne für die kommenden Monate vor. Eingeladen sind auch Fachleute aus der Krankenhausbranche, um die Entwicklung einzuordnen. Eine Einladung mit Termin und Agenda folgt.
Über das Krankenhaus Geesthacht
Das Krankenhaus Geesthacht hat sich als Haus der Regelversorgung strukturell mit den Schwerpunkten Psychiatrie, Geriatrie und Innere Medizin sowie einer internistischen Aufnahme mit 24-Stunden-Betrieb neu ausgerichtet. Am Standort sind rund 400 Mitarbeitende beschäftigt.
Gemeinsam mit dem MVZ, dem Seniorenzentrum und weiteren Partnern entwickelt sich der Standort als Teil des Pilotprojekts „Vitalcampus“ zu einem vernetzten Gesundheitscampus weiter mit dem Ziel, medizinische Qualität, wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsfähigkeit dauerhaft miteinander zu verbinden.
Foto: Prof. Dr. Lars Timm (Quelle: HC&S AG)